Uffe Østergård contributes to Kunter & Schiørring (ed):

02.11.2011

Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity.

Eupæishes

Die Charakteristika des Wohlfahrtsstaates in Dänemark im Besonderen und in den anderen nordischen Ländern im Allgemeinen wurden bereits in unterschiedlicher Weise erklärt; beginnend von seiner sozialdemokratischen Einführung als Ergebnis der Kompromisse zwischen Bauern und Arbeitern in den 1930er Jahren, der sogenannten rot-grünen Koalition. All diese Erklärungen sind begründet und zutreffend. Dieser Artikel legt jedoch das Hauptaugenmerk
auf die lutherische Wurzel der dänischen politischen Kultur und Nation, die sich bis zur Reformation in den 1530ern zurückführen lässt. Dass diese Sicht heute bis hin zu Extremen wie dem Pfarrer und Politiker Søren Krarup und der nationalistisch-populistischen Dänischen Volkspartei geführt hat, ist eine andere Geschichte, die jedoch den komplexen Einfluss des Luthertums unterstreicht. Die Einflüsse Luthers und die Lehren des einflussreichen Pfarrers und Denkers Nikolaj Frederik Severin Grundtvig im 19. Jahrhundert haben daher ebenso zu einem verengten populistischen Nationalismus geführt wie zur universellen und humanistischen Sozialdemokratie. All diese Tendenzen finden sich auch im heutigen Dänemark.
Uffe Østergård:“Lutheranism, nationalism and the universal welfare state – National churches and national identity after the Reformation and the development of the welfare state in the Nordic nation states” in Katharina Kunter  und Jens Holger Schiørring (Hrsg.), Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity . Herausforderungen und Transformationen im 20. Jahrhundert / Challenges and Transformations in the 20th Century, Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte Reihe B Band 54, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprectht, 78-101





Last updated by Mette Grue Nielsen 02/11/2011